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Fachhochschule für Medizinische Informationstechnik Klagenfurt
Dipl.-Ing. Detlef Mostler

Neuer Fachhochschulstudienlehrgang begann mit der Ausbildung von zukünftigen Krankenhaustechnikern

Fachhochschulen stellen in Österreich seit 1994 ein neues Angebot am Bildungssektor dar. Mit ihren kompakten Lehrplänen und der starken Praxisausrichtung sind sie für viele MaturantenInnen ein attraktive Alternative zum Universitätsstudium.

Der seit Anfang 2000 in Klagenfurt neu eingerichtete Fachhochschul-
Studiengang "Medizinische Informationstechnik" mit seinen beiden Spezialisierungsrichtungen "Medizinische Informationstechnik" und "Krankenhaus-Kommunikationstechnik" hat die Ausbildung von qualifizierten Technikern mit sowohl technischem als auch medizinischem Fachwissen aufgenommen.

Die ersten 33 Studierenden befinden sich mittlerweile im 2. Semester. 
Sie wurden in einem Ausleseverfahren aus 83 Kandidaten ausgewählt. 
Von den ursprünglich Aufgenommenen haben bereits einige Studierende aufgegeben, da sie sich das Studium anscheinend weniger technisch 
vorgestellt hatten. Insgesamt kommt der Studienplan gut an und die 
medizinisch orientierten Fächer des 2. Semesters wie das physiologische 
Praktikum oder die medizinische Meßtechnik werden mit großem Interesse aufgenommen.

Der Studienlehrgang wurde ja von einem Team erfahrener Medizintechniker, Krankenhaustechniker, IT- Spezialisten und Wirtschaftsfachleute über 
Auftrag des Technikums Kärnten nach einer Initiative von Mitgliedern des Fachhochschulvereines Klagenfurt entwickelt. Als Leiter des 
Entwicklungsteams konnte ich meine Sachkenntnis im Gesundheitswesen und der Krankenhaustechnik einbringen. Wir untersuchten vorerst das mögliche 
Berufsfeld und erstellten auf Grund der daraus resultierenden Anforderungen ein attraktives Curriculum. Diese beiden Arbeiten waren die Basis für 
eine Bedarfs- und Akzeptanzstudie des Studienlehrganges durch 
unabhängige Institute.

Als wesentliche Ergebnisse dieser Studien wurde festgestellt:

„Der Markt für die Informationstechnik ist innerhalb des Bereiches 
„Healthcare device industry“ einer der sich am schnellsten entwickelnden 
Sektoren. Österreich weist innerhalb Europas das größte Wachstum im Informationstechnologie-Bereich auf. International zeigen die Prognosen eine enorme Expansion der Telemedizin an.

Für Absolventen des geplanten Studienganges ergibt sich ein vielfältiges Einsatzgebiet. Vor allem kommen Krankenhäuser als Betriebe mit einer 
enormen technischen Durchdringung und einer breiten Palette von IT-Anwendungen sowohl im medizinischen als auch nichtmedizinischen Bereich als zukünftiger Tätigkeitsbereich in Frage. Aber auch in der Wirtschaft bei Herstellern und Vertreibern von medizinischer Informationstechnologie, Kommunikationssystemen und Medizintechnik, bei Betreibern von Kommunikationsnetzen, in weiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens, in allgemeinen Dienstleistungsbereichen und Planungsbüros werden sie als Mitarbeiter Aufnahme finden.

Die medizinischen Anforderungen werden immer spezifischer und die 
Entwicklung geht in Richtung Gesamtsysteme, wodurch Spezialisten in 
diesem Fach verstärkt gesucht werden.“

Für den Zeitraum von 2000 bis 2004 wurde ein Sofortbedarf von 
ca.400 und ein jährlicher
Zusatzbedarf von etwa 45 Absolventen 
der "Medizinischen Informationstechnik", also ein Gesamtbedarf von 
insgesamt ca. 625 ausgebildeten Spezialisten
prognostiziert.

Fast drei Viertel der Krankenhäuser bewerteten das Konzept des Fachhochschul-Studienganges mit der Note 1 oder 2, wobei die 
Argumente für die gute Beurteilung insbesondere in der Breite der Ausbildung lagen.

Bei der Gefallenswirkung des Fachhochschul-Studienganges „Medizinische Informationstechnologie“ auf das in Frage kommende Schülerpotential 
hatte sich ein besonders erfreuliches Ergebnis gezeigt. 71 % der 
befragten Schüler hielten das Konzept für sehr gut bis gut.

Die Attraktivität der Fachkombination "Medizintechnik" mit "Telematik" und "Kommunikationstechnik" und der Anfangserfolg lassen den Schluß zu, daß 
mit dem Studiengang eine Lücke in dem bisherigen Bildungsangebot 
geschlossen werden konnte. Er bietet eine in Österreich seltene Kombination von medizinischer und technischer Ausbildung.

Der neue Fachhochschul-Studiengang umfaßt einschließlich des 
Berufspraktikums, der Diplomarbeit und der das Studium abschließenden 
Prüfungen acht Semester Regelstudienzeit.

Das Berufspraktikum ist im 7. Semester zu absolvieren und im 8. Semester 
sind die Abfassung der Diplomarbeit und die Ablegung der kommissionellen Diplomprüfung vorgesehen.

Im Grundstudium müssen innerhalb von vier Semestern ab Studienbeginn alle erforderlichen Leistungsnachweise erbracht werden und berechtigen zum 
Eintritt in das Hauptstudium.

Das Hauptstudium umfaßt ebenfalls vier Semester.

Das Curriculum wird durch die solide Grundausbildung und die Spezialisierungsrichtungen „Medizinische Informationstechnik“ und „Krankenhaus-Kommunikationstechnik“ bestimmt:

Die Teilrichtung "Medizinische Informationstechnik" befaßt sich vor allem 
mit den Informationstechnologien, die im Gesundheitswesen Anwendung 
finden, mit den Schwerpunkten Medizinische Informationssysteme, 
Medizintechnik, Telemedizin und Netzwerke.

Das Teilgebiet "Krankenhaus-Kommunikationstechnik" konzentriert 
sich auf die Kommunikationseinrichtungen im Krankenhaus und in 
den artverwandten Bereichen mit den Schwerpunkten integrierte Netze, Facilitymanagementsysteme und Leittechnik.

Begleitend werden die erforderlichen Grundlagen aus Mathematik, Physik, Elektrotechnik/Nachrichtentechnik und Chemie sowie in ausgewählten 
vorklinischen Fächern wie Anatomie, Physiologie und Strahlenphysik 
vermittelt.

Die Studierenden müssen sich durch Bearbeitung kleinerer aber 
hinreichend komplexer Projekte die Fähigkeit selbständiger Planung 
und Entwicklung erwerben.

Ergänzungsfächer sorgen für Kompetenz in der Betriebsführung und 
der Teamarbeit sowie in Englisch.

Fächerübergreifende Projekte vertiefen den Bezug zur Praxis. 
Das Berufspraktikum bringt den stärksten Praxisbezug, wobei die 
Anordnung im 7. Semester, also gegen Ende des Studiums, sicher 
stellt, daß die Studierenden ausreichende Kenntnisse haben, um 
einerseits aus der praktischen Tätigkeit Erfahrungen gewinnen und sich andererseits für den jeweiligen Praktikumgeber nützlich machen zu 
können. Dadurch besteht auch der nahtlose Übergang zur Anfertigung 
einer Diplomarbeit im selben betrieblichen Umfeld. Das Berufspraktikum 
wird durch eine Lehrveranstaltung in Form eines Seminars begleitet.

Eine wichtige Aufgabe im Rahmen des Berufspraktikums kommt 
erstmals nach zwei weiteren Studienjahren den Praktikumgebern zu. 
Hier sind vor allem die in den Betrieben bereits tätigen 
Krankenhaustechniker mit den Medizintechnikern und die EDV-Verantwortlichen angesprochen, um über die Kontaktaufnahme mit der Studiengangsleitung in Klagenfurt das Angebot an Praktikumsplätzen sicherzustellen. 
Aber auch Hersteller und Vertreiber von medizinischer Informationstechnik 
und Krankenhauskommunikationstechnik sollten die Gelegenheit nützen 
Studierende des Studienganges für interessante Arbeiten, die im Rahmen eins Praktikumsemesters absolviert werden können, heranzuziehen.

Der ÖVKT hat in seiner letzten Generalversammlung die Aufnahme von 
Studenten zu einem begünstigten Mitgliedsbeitrag beschlossen, um 
junge Techniker innerhalb des Verbandes fördern zu können. 
Diese Möglichkeit besteht natürlich auch für die Studierenden des neuen Fachhochschulstudienganges.

Dipl. Ing. Detlef Mostler  

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