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Der ÖVKT forciert die Aus- und Weiterbildung Akademischer Manager für Technik im Gesundheitswesen Wie bereits in der Märzausgabe der KMA im Jahre 2004 ausführlich beschrieben, gibt es keine den heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht werdende Ausbildung zum Krankenhaustechniker in Österreich, die eine umfassende Wissensvermittelung bietet. Einige Ausbildungsvarianten nützen zwar den Absolventen beim Erwerb der Qualifikation für einen Krankenhaustechniker, die gesamte Breite der Krankenhaustechnik decken sie aber nicht ab. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass der ÖVKT im Rahmen der letzten Generalversammlung einen Arbeitskreis eingerichtet hat mit dem Ziel, mögliche Varianten der Aus- und Fortbildung des Krankenhaustechnikers – in all seinen Sparten, Betriebstechnik, Medizintechnik und Bautechnik - zu prüfen und einen Vorschlag zur weiteren Vorgangsweise zu entwickeln. Das Ergebnis der bisherigen Überlegungen und Diskussionen liegt nun in Form eines Universitätslehrganges vor. Gespräche mit Vertretern von bestehenden Ausbildungseinrichtungen auf Fachhochschul- und Universitätsebene haben stattgefunden. Eine grobe Abschätzung des Bedarfes an auszubildenden Techniker wurde angestellt, wobei der in Frage kommende Personenkreis nicht nur aus den Krankenhäusern sondern auch aus der Planung, dem Handel und den Serviceeinrichtungen der Industrie kommen sollte. Der ÖVKT will mit diesem Ausbildungsprojekt alle Ebenen des technischen Managements bis zur Werkstättenleitung ansprechen. Neben der Praxisrelevanz muss dem rapiden Veränderungstempo des Wissensstandes auch auf dem Produktsektor Rechnung getragen werden. Damit die Qualität der Ausbildung auch den Anforderungen entspricht hat sich die Meinung heraus kristallisiert, dass man sich für die allgemeinen und theoretischen Lehrfächer des Krankenhausmanagements an eine bereits existierende hochwertige Ausbildungseinrichtung anbindet und für eine praxisorientierte Aus- und Fortbildung in den technischen Fächern bestehende Ausbildungskapazitäten an den vorhanden Krankenhäusern nützt. Die Einrichtung einer neuen Ausbildung für Krankenhaustechniker stellt natürlich auch eine Herausforderung an die Verantwortlichen in den einzelnen Bereichen der Krankenhäuser und der einschlägigen Firmen dar, da einerseits der Ausbildungsbedarf sicher gegeben ist, dass aber andererseits eine derartige Ausbildung Kosten verursacht, wobei die gebotene Leistung auch den zu zahlenden Beiträgen zu entsprechen hat. In Zeiten der Einsparungen auf allen Gebieten muss durch einen solchen Lehrgang die Sicherheit für den Lehrgangsteilnehmer gegeben sein, dass sich seine Ausbildungskosten über den Erfolg seiner Arbeitsergebnisse wieder amortisieren. Leider werden diese Lehrgänge durch den Staat nicht direkt gefördert. Die Lehrgangskosten werden ähnlich hoch wie die Beiträge vergleichbarer zweisemestriger Ausbildungen auf Hochschul- oder FH-Niveau sein. Die Fachhochschule Krems ist bei diesem Ausbildungsprojekt der Partner des ÖVKT und stellt neben den Lektoren für den Managementteil ihre administrative Infrastruktur zur Verfügung. Im Krankenanstaltengesetz ist die ständige Weiterbildung auch für die Verwaltung und die Technik vorgegeben. Dementsprechend gibt es Ausbildungsvarianten für das Krankenhausmanagement, die bisher im Verwaltungsbereich recht gut angenommen wurden. Es ist deshalb verständlich, dass auch in der Technik - die sich mit einem enormen Tempo weiterentwickelt, - in der hohe Verantwortung für bestehendes und zukünftiges Vermögen vorhanden sein muss, - wo kostenbewusst mit den Ressourcen umgegangen werden soll und - letztendlich auch für den Patienten und das Krankenhauspersonal enorme betriebliche Sicherheitsrisiken minimiert werden müssen, eine qualifizierte breite Ausbildung notwendig ist. Neben der Verbreiterung des technischen Fachwissens müssen auch Zusatzqualifikationen im „Soft Skill Bereich“ erwerbbar sein. Sowohl für den Managementbereich als auch für die technische Seite der Ausbildung liegen die Schwerpunkte, in einzelnen Modulen zusammengefasst, für die Lehrgegenstände vor. Sie werden nach den Vereinbarungen mit der Fachhochschule Krems folgende Themen beinhalten: Allgemeine und theoretische Managementfächer o Management, Organisation und Personal o Einführung in das Gesundheitswesen o Med. Terminologie o Rechnungswesen, Kostenrechnung, Finanzierung und Budgetierung o Controlling, Recht, QM o Projekt- und Prozessmanagement, Riskmanagement o Wirtschaftsrecht und Vergabewesen o Kommunikation und Teamtraining, Konfliktmanagement
Technik o Grundlagenwissen o Krankenhaushygiene o Medizintechnik und IT o Hochbau-Betriebsorganisation, Bauplanung, Baurecht und Verträge o HKLS, Med. Gasversorgung o Elektrische Versorgung, Kommunikationstechnik, Gebäudeleittechnik o Transporttechnik, Logistik, Umwelt- und Abfallwirtschaft-Ökologie o Technische Betriebsführung, FM o Sicherheitstechnik
Der Managementteil wird an der Fachhochschule Krems stattfinden, die einzelnen Technikmodule an Krankenhausstandorten in ganz Österreich verteilt organisiert.
Die Auswahl der Lektoren liegt in der Verantwortung der Organisatoren für den jeweiligen Ausbildungsmodul bzw. erfolgt für einige Fächer durch den Arbeitskreis. Dipl.-Ing. Dr. Diethard Gstir, M.Sc. hat die wissenschaftliche Leitung für den ÖVKT übernommen, der wissenschaftliche Leiter der Fachhochschule Krems ist Dr. Christian Thoma, Studiengangsleiter Gesundheitsmanagement. Sie sind für die Evaluierung der Lehrgegenstände und die Lehrgangsgestaltung zuständig.
Der zeitliche Rahmen wurde mit 9 Wochen (10 Stundentag, Montag - Samstag) verteilt auf drei Semester (540 Stunden) festgelegt. Der Lehrgang wird mit dem Titel „ Akademische(r) Manager/in für Technik im Gesundheitswesen“ nach erfolgreich abgelegten Prüfungen und einer positiv bewerteten schriftlichen Arbeit abgeschlossen. Eine weiterführende Ausbildung zum Master ist angedacht und konzipiert. Der Antrag für den Lehrgang wurde im Mai an den Fachhochschulrat gestellt und wird nun geprüft.
Nach dem zurzeit vorliegenden Terminplan beginnt der Fachhochschullehrgang im Februar 2006. Mit der Ausgestaltung und Einführung dieses modernen Aus- und Fortbildungskonzeptes wird der ÖVKT seinem gestellten Auftrag nachkommen und lädt selbstverständlich auch die Krankenhaustechniker aus den Nachbarstaaten zur Teilnahme ein. Die genauen Bedingungen werden der ÖVKT-Homepage sowie der Homepage der FH-Krems zu entnehmen sein. Eine Präsentation findet anlässlich der ÖVKT-Tagung vom 27. bis 30. September in Pörtschach sowie in einer weiteren Ausgabe der KMA statt. Der Vorstand bedankt sich bei den Mitgliedern des Arbeitskreises und bei den Verantwortlichen der Fachhochschule Krems für die intensive und zeitaufwendige Arbeit.
Dipl.-Ing. Detlef Mostler weitere Informationen: FH-Krems
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