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… im Spiegel der Reformen und Umstrukturierungen

Krankenhaustechnik … im Spiegel der Reformen und Umstrukturierungen
Dipl.-Ing. Detlef Mostler

Die finanziellen Auswirkungen der Sparphilosophie unter dem Druck der EU-Vorgaben für die Budgets der öffentlichen Hand führen zu neuen Finanzierungsmaßnahmen und Veränderungen im Leistungsgeschehen der Krankenhäuser.

Der Krankenhaustechniker ist heute mehr denn je aufgefordert, äußerst aufmerksam die Geschehnisse im Umfeld der Gesundheitspolitik zu beobachten, die relevanten Informationen aufzunehmen, sie auf die möglichen Konsequenzen im eigenen Bereich zu analysieren und sehr wachsam bereits auf die ersten Ansätze von Veränderungen zu reagieren.

Budgetrestriktionen des Bundes oder der Länder führen zwangsläufig dazu, daß die Ressourcen der Krankenhäuser geringer werden. Die bisher einigermaßen mit der Leistungsentwicklung schritthaltende Krankenhausfinanzierung droht nunmehr, auch ausgelöst durch die Abgänge der Krankenkassen, in eine Krise zu geraten. Unter dem Titel Strukturverbesserungskonzept werden einschneidende Auswirkungen auf das Leistungsangebot zu erwarten sein. Der neue österreichische Krankenanstaltenplan, der auch den Großgeräteplan enthält, gilt seit 1.1.2001 und vereinbart zwischen Bund und Ländern die Neugestaltung des Gesundheitswesens und der Krankenanstaltenfinanzierung. Es soll nach diesem Plan zu einer weiteren Verringerung der Akutbetten ohne Schließung von Krankenhäusern kommen, dafür werden bis zum Jahr 2005 vermehrt Betten in der Akutgeriatrie und Remobilisation sowie in der psychosomatischen Versorgung eingeplant. Inwieweit die Krankenhaustechnik das zu spüren bekommt, ist sehr stark von der krankenhausinternen Budgetierung abhängig. Von den verantwortlichen Technikern ist bei den Budgetverhandlungen auf den hohen Stellenwert der sicheren technischen Ausstattung und Versorgung hinzuweisen, wobei selbstverständlich im Zuge der technischen Betriebsführung unter Berücksichtigung einer vertretbaren Qualität alle Einsparpotentiale ausgelotet und realisiert werden müssen.

Eine Absenkung der Reinvestitionsrate würde bekannterweise zu einer Verschlechterung der Geräte- und Anlagensubstanz führen. Eine Auswirkung, die bei älteren Häusern ein Absinken der Konkurrenzfähigkeit in dem zu erwartenden Verteilungskampf am Leistungsangebotmarkt bewirkt. Auch eine Verringerung der Instandhaltungsquote trägt dazu bei. Eine Addition von verringerter Reinvestitionsrate und niedrigerer Instandhaltungsquote könnte zu einem Sicherheitsrisiko führen.

Neuinvestitionen im Rahmen von vorgesehenen Bauentwicklungen würden höchstwahrscheinlich ungeschoren davonkommen, da sie meist im politischen Vorfeld abgesichert sind, wobei aber auch hier zeitliche Verschiebungen möglich wären.

Unter diesem Trend, der sich weitgehend unter Bedingungen abspielt, die vom Techniker nicht geändert werden können, da sie stark von außen vorgegeben sind, ist unsere Anpassungs- und Veränderungsintelligenz gefordert. Hier gilt es neue Handlungsoptionen aufzutun und innovationsfreudig auch Experimente zu wagen, um Neues auszuprobieren.

Bisher gewohnte Leistungsansprüche könnten auf das unbedingt notwendige Maß zurückgeführt werden und neue Maßnahmen bei der Beschaffung von Investitionen und Betriebsmitteln gesetzt werden. Alle Möglichkeiten der Marktliberalisierung und der Nutzung der neuen Marktinstrumente sind auszuschöpfen.

Im Mittelverteilungskampf innerhalb der Krankenhausbudgets sind an mehreren Fronten weitere Gefahren zu erwarten.

Der zwischenzeitig auf alle Leistungsbereiche ausgedehnte Einsatz der EDV ist eine unbestrittene Tatsache. Die vielen Möglichkeiten der Verwendung der EDV und die raschen Veränderungen in Hard- und Software führen heute - gegenüber den letzten Jahren - zu einem enorm gestiegenen Mitteleinsatz für die EDV, sehr oft auf Kosten der Budgets anderer Organisationseinheiten. Wenn davon auch die Technik betroffen ist, heißt es konsequent entgegenzuwirken und mit Sachargumenten die Initiative zu ergreifen. Es nützen die gesamten Anstrengungen auf dem EDV-Sektor nichts, wenn die versorgende technische Infrastruktur verkommt und dann nicht mehr funktioniert. Kurzfristig opportune Entscheidungen können langfristig hier zu erheblichen Versorgungsproblemen führen.

Für den Anlagen- und Instandhaltungsbetreiber könnte noch ein weiteres Konfliktpotential in beabsichtigten Personalverschiebungen entstehen. Unter dem Zwang der besseren Leistungs- und Ressourcenüberwachung sowie der genaueren Kontrolle der Mittelverteilung benötigen Verwaltungsbereiche wie Finanzen, Revision, Controlling und EDV mehr Personal. Damit es zu keiner zusätzlichen Ausweitung des Personalbudgets kommt, werden Rückgriffe auf Stellen anderer Bereiche getätigt. Die Technik steht hier genauso wie die anderen nichtmedizinischen Betriebe im Mittelpunkt der Begehrlichkeiten. Eine Reduktion der Stellen im Technikbereich sollte tunlichst vermieden werden, ist doch damit eine schlechtere Betreung der Geräte und Anlagen und abhängig von der Marktsituation für ein Technikoutsourcing vor Ort meist eine Kostenerhöhung verbunden.

Die vorangeführten möglichen, wenig nützlichen, den Betrieb eher einschränkenden Auswirkungen von Budgetrestriktionen auf den Technikbereich müssen natürlich Reaktionen auslösen. Es ist Sache der Technikverantwortlichen hier gegenzusteuern und durch richtiges Timing, Flexibiltät und Souveränität Verbesserungsvorschläge zu machen und nicht auf externale Gutachten zu warten. Ein gut durchdachter FM-Ansatz ist sicherlich ein Weg um bei guter Versorgung anzustrebende Einsparpotentiale realisieren zu können. Es bedarf des Wissens der Techniker eine solche Veränderung gezielt herbeizuführen und im Sinne eines ganzheitlichen Modells in die richtige Bahn zu lenken. Es ist Lust und Mut aufzubringen, um bereits in der Entwicklungs- und Planungsphase bei der Umgestaltung des medizinischen Leistungsgeschehens in den Entscheidungsgremien mitwirken zu können. Das Facility Management muß zum Zielkostenmanagement des Krankenhauses von Anfang an beitragen können.

Dipl.-Ing. Detlef Mostler



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