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Die Medizintechnik als ein strategisches Element

Die Medizintechnik als ein strategisches Element der
FM-Organisation im Krankenhaus
Dipl.-Ing. Detlef Mostler

Für die erfolgreiche Umsetzung des FM im Krankenhaus sind vorhandene Strukturen umzubauen, moderne Organisationsformen einzurichten und für das FM geeignete Fachleute einzusetzen. Der Medizintechnik-Bereich ist in diesem Erneuerungsprozeß von großer Bedeutung und muß unbedingt in der neuen Struktur mit entsprechender Kompetenz und Verantwortung verankert werden.


Um den FM-Aufgaben gerecht zu werden ist der Medizintechnik-Bereich in die Erneuererungsüberlegungen einzubeziehen. Schon seit mehr als zwei Jahrzehnten nimmt die Medizintechnik Einfluß auf Arbeit und Organisation der medizinischen Einheiten. Art und Qualität der Medizintechnik sind bereits heute - und vermehrt noch in der Zukunft - gravierende Marketingelemente des Medizinmanagements innerhalb und außerhalb der Krankenhäuser und werden Entscheidungen über den Verbleib vorhandener oder die Schaffung neuer medizinischen Leistungen in den Leistungseinheiten einer Gesundheitsregion beeinflussen. Veraltete oder defekte Medizintechnik erhöht die Kosten. Kein Krankenhaus kann sich ohne moderne medizinische Technik jenen Stellenwert sichern, der zum Überleben im nächsten Jahrzehnt notwendig sein wird.

Schon bei der Errichtung aber auch beim Umbau und der Sanierung von Krankenhausobjekten werden durch den Medizintechniker Machbarkeitsstudien oder Raum- und Funktionsprogramme optimiert. Seine Erfahrungswerte und seine Überlegungen zu Zukunftsaspekten der Medizintechnik sind essentielle Bausteine jeder Planung. Keine Baukosten- oder Folgekostenschätzung kommt ohne Medizintechniker aus.

Die Medizintechnik und damit der medizinische Fortschritt ist von einem enorm schnellen Wandel betroffen. Die daraus entstehenden Planungsprobleme müssen im Sinne eines FM durch den Einsatz der Medizintechniker gelöst werden.

Obwohl die hochtechnisierte Medizin erst am Ende einer Kette von gesundheitsbewahrenden und -wiederherstellenden Maßnahmen stehen sollte - Investitionen in die Vorsorgemedizin sollten in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert einnehmen - wird sie in Zukunft vor allem in den zentralen Krankenhäusern noch mehr an Aufwand erfordern. Dies weist auch der 5. Delphireport Austria 1999 im Kapitel „ Gesundheit und Krankheit im sozialen Umbruch“ aus.

Medizintechnische Großanlagen verlangen eine Vielzahl von betriebstechnischen Versorgungsleistungen, stellen zum Teil spezielle Raum- und Einrichtungsanforderungen und benötigen auch besondere Betriebsmittel, die wiederum Einfluß auf die Ver- und Entsorgungsleistungen haben. Die Schnittstellen der Hard- und Software sind kompliziert und nur in intensiver Zusammenarbeit der Fachleute mit den Medizintechnikern befriedigend sicherzustellen.

Auf Grund seiner Ausbildung versteht und spricht der Medizintechniker sowohl die Sprache der Medizin (und kennt deren Leistungsprozesse) als auch die Sprache der Technik. Bei entsprechendem Einsatz und initiativer Fortbildung beherrscht er die kaufmännischen Anforderungen an seine Aufgabenstellung. Er setzt sich mit dem medizinischen Fortschritt auseinander, um bei der Bereitstellung und im Betrieb von medizintechnischen Geräten und Anlagen keine Fehlentscheidung zu treffen. Die Ausgaben der Krankenhäuser für die Medizintechnik sind recht erheblich und können bei Großkrankenhäusern mehr als 100 Mio ATS jährlich betragen. Bei Neubauten wird ein Großteil der Einrichtungskosten für die Medizintechnik gebraucht, ein Posten der über 20% der Gesamtkosten eines Objektes betragen kann, abhängig von der medizinischen Fachrichtung und der Funktion für die das Objekt bestimmt ist.

Gut geplante Medizintechnik mit ihrem Einfluß auf medizinische Abläufe kann auch erhebliche Mehrkosten im Betrieb verhindern helfen. Gerade die ärztlichen Aufgaben werden in Zukunft auf Grund ihres enormen Einflusses auf die Betriebskosten einer stärkeren Rationalisierung unterliegen. Optimal gestaltete, für zukünftige Anforderungen leicht adaptierbare Räume und Einrichtungen des Medizinbetriebes tragen hervorragend zum Erfolg des Krankenhaus-FM bei. Das wiederum kann nur durch die gute Zusammenarbeit von Mitarbeitern aus der Medizin und der Pflege sowie den Medizintechnikern und den anderen Beteiligten aus den unterschiedlichen Planersparten erreicht werden.

Veraltete und reparaturanfällige Medizintechnik verursacht Stillstandszeiten und damit verbunden nicht unerhebliche Kosten. Gleichzeitig ist sie Ursache für Patienten- und Mitarbeiterunzufriedenheit. Darüber hinaus wird die Instandhaltung der Medizintechnik in Zukunft durch die weiter fortschreitende Ressourcenverknappung vermehrt innovativer Überlegungen bedürfen. Unter Senkung der IH-Kosten ist der hohe Qualitätsanspruch zu gewährleisten. Hier muß der Medizintechniker mit einem auf die Bedürfnisse des einzelnen Krankenhauses eingehenden IH-Konzeptes die medizinischen Kernprozesse optimal versorgen. Eine Auslotung des Leistungsbedarfes und der Kosteneinsparungspotentiale sollte in einer abgestimmten IH-Strategie münden, die die innerbetrieblichen Dienstleistungen gegenüber den Fremddienstleistungen abgrenzt.

Das Angebot auf dem Markt der IH-Dienstleister für Medizintechnik wird immer größer und unübersichtlicher, die angebotenen Dienstleistungskonzepte immer umfangreicher. Der Medizintechniker, eingebunden in das FM, stimmt die hauseigenen Anforderungen mit den externen Leistungsangeboten ab und steuert damit die Erzielung des besten Ergebnisses. Dabei kommt der Analyse und Bewertung der Transaktionskosten besonders hohe Bedeutung zu. Durch die Einbindung in das Krankenhaus-FM kann auch das Schnittstellenmanagement innerhalb der FM-Prozesse im Sinne der Kundenorientierung berücksichtigt werden.

Für die Erarbeitung von Bewertungsindikatoren und -kriterien bei der Entscheidung über das IH-Konzept stehen die Erfahrungen einzelner Krankenhaustechniker und die Veröffentlichungen aus dem IH-Bereich zur Verfügung. Der ÖVKT wird bei einer seiner nächsten Fortbildungsveranstaltungen das Problem der IH-Konzepte im Krankenhaus in einem Workshop behandeln.

Die Beurteilung neuer Finanzierungsmöglichkeiten, die für größere Investitionen in die Medizinztechnik von der Wirtschaft angeboten werden, ist ebenfalls ein Arbeitsgebiet für den Medizintechniker. Die Angebote enthalten zum Teil die gesamten Betriebsaspekte in Form von ganzheitlichen Systemlösungen und müssen deshalb durch erfahrenes Fachpersonal analysiert werden.

E-Business setzt neben den kommunikativen Einrichtungen und Maßnahmen gerade in der Medizintechnik mit ihrem Einfluß auf eine Vielzahl von Logistikprozessen ein hohes Maß an Standardisierung voraus, um die Vorteile des elektronischen Einkaufes voll nützen zu können. Die Medizintechnik ist in der Lage über einen Standardisierungsprozeß, der die Einbindung der medizinischen Bereiche beinhaltet, eine weitgehende Vereinheitlichung des Geräte- und Anlagenparkes und in dem damit verbundenen Ersatzteil- und Verbrauchsmittelbedarf zu erreichen. Die sich daraus bietenden Chancen sind schon heute zu nutzen.

Die Medizintechnik ist ein Teil des FM-Kerngeschäftes. Der Medizintechniker ist durch seine Aufgabenstellung zwischen Medizin und Verwaltung schon jetzt zum prozeßorientierten Arbeiten angehalten und bietet daher gute Voraussetzungen für eine Positionierung in einer prozeßorientierten Organisationsstruktur des FM.

Die erfolgreiche Bewältigung der vielfältigen Aufgabenstellungen der Medizintechnik durch die damit betrauten Techniker trägt viel zur Zielerreichung des FM bei.

Dipl.-Ing. Detlef Mostler



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